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11.9.2016;11.9.2016;18.8.2016
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Prora ist Propaganda. Nie war der Koloss an Rügens Ostküste frei von politischen Interessen, von Ideologien. Damals nicht, als der Klotz (durch den Architekten Clemens Klotz!) zur Beglückung des braven Volkes in den Ostseesand gesetzt wurde (1937-39). Zehn Jahre später nicht, als an diesem Ort das erste große Pionierferienlager die Jugend auf die entstehende neue Republik einschwor  (1949), während der SED-Staat daran ging, aus der Anlage einen der größten, abgeschirmten Militärstandorte des Landes zu schaffen (1950-56). Und auch heute nicht, wo Prora in der Ideologie des Hedonismus als Seebad „wiederbelebt“ und vermarktet wird - unter sorgfältiger Tilgung und Verniedlichung seiner Nutzungsgeschichte.

Paradebeispiel ist die Jugendherberge Prora – die einst größte DDR-Bausoldatenkaserne der 1980er Jahre. Die DDR hätte den Torso abreißen oder als Ferienanlage nutzen können, doch sie entschied sich zum Um- und Ausbau für das Militär. Mit der Geschichte des Aufrüstens ging die teilweise Fertigstellung und der Innenausbau der monumentalen Bauten voran. Anstelle der Formen des Bauhauses und anderer Raffinessen der 1920/30er Jahre (die einstige Planung entsprach dem Zeitgeist), entstand das bekannte graue DDR- Kasernenantlitz. Die Anlage wurde umzäunt und streng bewacht. Sie wurde zu einem Herrschaftsinstrument des SED-Staates.

Politik und Medien steuern die Bewusstseinsbildung. In der öffentlichen Wahrnehmung ist Prora inzwischen das „ehemalige NS-Bad“ - nicht, wie es richtiger wäre, der Koloss mit zweierlei Vergangenheitsschichten. Das widerspiegelt, wie sich der „mündige Bürger“ durch die Medien inmitten der fragwürdigen Erinnerungskultur in MV instrumentalisieren lässt.

Am Ende zählt nicht mehr, wie etwas war, sondern wie es wahrgenommen wird. Die Wahrheit ist ein Geschehen, dass nicht wie ein totes Besitztum vererbt werden kann. Sie muss am Leben erhalten werden - durch eine Kultur des Erinnerns, durch menschliches Handeln. In diesem Sinne wirkt Denk-MAL-Prora. Das Bewusstmachen der realen Vorgänge, der Geschichte von Menschen statt verherrlichten Steinen, wird spätestens dann gefragt sein, wenn Prora den langen Weg  zum Seebad vollendet hat – ein nicht mehr steuerbares 3000-Betten-Monster unter dem Makel „KdF“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum mondänen Binz. Eine Zeitbombe.

                                                     Die Wahrheit dient der Zukunft!

       1985 - Appellplatz                      1995 - Wiese                       2008 - Zeltplatz

Blick aus dem 5. OG im zweiten Treppenhaus der heutigen Jugendherberge Prora in den Hof ihres Eingangsbereiches und über den heutigen Zeltplatz hinweg.


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